
Best Practices für IIoT-Sicherheitsrahmen
- Johannes Humbert

- 4. Jan.
- 12 Min. Lesezeit
Das Industrial Internet of Things (IIoT) revolutioniert industrielle Prozesse, birgt jedoch erhebliche Sicherheitsrisiken. Mit über 70 % angreifbaren IoT-Geräten und Schäden von durchschnittlich 4,97 Millionen US-Dollar pro Angriff (2023) ist klar: Sicherheit ist unverzichtbar.
Kernpunkte:
IIoT verbindet operative Technologien (OT) mit moderner IT.
Angriffe können Produktionsstillstände, Umweltschäden oder Sicherheitsprobleme auslösen.
Regulierungen wie der Cyber Resilience Act (CRA) und die NIS2-Richtlinie fordern „Security by Design“ und strenge Risikomanagement-Maßnahmen.
Best Practices umfassen Zero-Trust-Modelle, Verschlüsselung, Multi-Faktor-Authentifizierung und KI-gestützte Bedrohungserkennung.
Ziel: Schutz sensibler Daten, Systemintegrität und Betriebsfähigkeit durch robuste Sicherheitsrahmen. Unternehmen sollten frühzeitig handeln, um Compliance und Resilienz zu gewährleisten.
Regulatorische Anforderungen für IIoT-Compliance
Die gesetzlichen Vorgaben zur Sicherheit im Bereich Industrial Internet of Things (IIoT) in Deutschland und der EU sind inzwischen verpflichtend. Ein alarmierender Schaden von 5,5 Billionen € im Jahr 2021 machte deutlich, wie dringend strengere Vorschriften nötig sind. Angesichts wachsender Cyberrisiken haben diese Regelungen oberste Priorität.
Wichtige Vorschriften im Überblick
Der Cyber Resilience Act (CRA), der am 10. Dezember 2024 in Kraft trat, stellt einen Meilenstein für die IIoT-Sicherheit dar. Hersteller von Produkten mit digitalen Elementen – darunter IIoT-Geräte und Industriesteuerungen – müssen nun „Security by Design“ während des gesamten Produktlebenszyklus umsetzen. Ab dem 11. Dezember 2027 dürfen nur noch Produkte, die die wesentlichen Sicherheitsanforderungen erfüllen und die CE-Kennzeichnung tragen, auf dem EU-Markt angeboten werden.
Zusätzlich verschärft die NIS2-Richtlinie die Anforderungen an das Cybersicherheitsmanagement in kritischen Sektoren wie Fertigung, Energie und Gesundheitswesen. Unternehmen, die als „wesentlich“ oder „wichtig“ eingestuft werden, sind verpflichtet, umfassende Risikomanagement-Maßnahmen einzuführen und Sicherheitsvorfälle zu melden. Betreiber kritischer Infrastrukturen (KRITIS) stehen dabei unter besonders strengen Auflagen, um die Verfügbarkeit und Integrität ihrer Systeme zu gewährleisten.
In Deutschland bietet der BSI IT-Grundschutz (Standard 200-2) eine bewährte Methodik zur Umsetzung dieser Anforderungen. Der Standard definiert drei Schutzniveaus: Basis-Absicherung für grundlegende Sicherheitsmaßnahmen, Standard-Absicherung für mittlere Anforderungen und Kern-Absicherung für besonders schützenswerte Bereiche. Spezielle Module, die auf Industrial IT (IND), ICS und IoT zugeschnitten sind, ermöglichen eine passgenaue Anpassung an industrielle Umgebungen. Unternehmen, die nach IT-Grundschutz arbeiten, können zudem eine ISO 27001-Zertifizierung erlangen, die als Nachweis für einen hohen Reifegrad gegenüber Partnern und Behörden dient.
Auch die DSGVO spielt für IIoT-Systeme eine wichtige Rolle, insbesondere wenn personenbezogene Daten verarbeitet werden. Sie verlangt Maßnahmen wie Datenminimierung, Transparenz und die Möglichkeit für Betroffene, ihre Rechte wahrzunehmen. Darüber hinaus schreibt § 109 TKG vor, dass Betreiber von Datenverarbeitungssystemen ein Sicherheitskonzept entwickeln und einen Sicherheitsbeauftragten benennen müssen.
Vorschrift/Standard | Geltungsbereich | Zentrale Anforderung |
EU CRA | Produkte mit digitalen Elementen | SBOM, Secure by Default, Schwachstellenmanagement |
NIS2-Richtlinie | Kritische Sektoren EU-weit | Risikomanagement und Meldepflichten |
BSI IT-Grundschutz | Deutscher ISMS-Standard | Ganzheitlicher Ansatz: Basis-, Standard- und Kern-Absicherung |
ISO 27001 | Internationaler ISMS-Standard | Risikobasiertes Informationssicherheitsmanagement |
DSGVO | Verarbeitung personenbezogener Daten | Datenminimierung, Vertraulichkeit, Integrität |
Diese Regelungen variieren je nach Branche. Im nächsten Abschnitt werden branchenspezifische Anforderungen näher beleuchtet.
Branchenspezifische Anforderungen an die Compliance
Je nach Branche müssen Sicherheitsstrategien individuell angepasst werden, basierend auf den zuvor genannten Standards. Im Energiesektor und bei Wasserversorgern, die als KRITIS gelten, stehen besonders strenge Vorgaben im Fokus, um die Verfügbarkeit und den Schutz von Industriesteuerungssystemen sicherzustellen. Die Fertigungsindustrie orientiert sich an Leitlinien wie den „Industrie 4.0 Security Guidelines“ des VDMA und muss die CRA-Anforderungen erfüllen, einschließlich der Bereitstellung eines Software Bill of Materials (SBOM) in maschinenlesbarer Form. Im Gesundheitswesen kommen zusätzliche Datenschutzanforderungen hinzu, da medizinische Geräte oft sensible Patientendaten verarbeiten. Ein Ausfall vernetzter Medizingeräte könnte hier direkt Menschenleben gefährden.
Ein entscheidendes Datum ist der 11. September 2026. Ab diesem Zeitpunkt greifen die Meldepflichten des CRA für aktiv ausgenutzte Schwachstellen und Sicherheitsvorfälle. Unternehmen sollten ihre internen Prozesse frühzeitig anpassen, um rechtzeitig regelkonform zu sein. Nationale Marktüberwachungsbehörden werden die Einhaltung dieser Vorschriften überprüfen und nicht konforme Produkte vom EU-Markt ausschließen können.
Best Practices für IIoT-Sicherheitsrahmen
Um Risiken im IIoT-Bereich effektiv zu minimieren, sollten Unternehmen auf praxisnahe Maßnahmen setzen, die auf regulatorischen Vorgaben basieren. Hier sind konkrete Schritte, um einen soliden IIoT-Sicherheitsrahmen zu schaffen.
Implementierung eines Zero-Trust-Sicherheitsmodells
Das Zero-Trust-Modell basiert auf dem Grundsatz „Assume Breach" und der minimalen Rechtevergabe. Es geht darum, jede Entität – sei es ein Benutzer, Gerät oder eine Zugriffsanfrage – kontinuierlich zu authentifizieren und zu überprüfen, unabhängig von der physischen Netzwerkposition. In IIoT-Umgebungen liegt der Fokus dabei besonders auf den Zielen Integrität und Vertraulichkeit.
Der Weg zu Zero Trust sollte in Etappen erfolgen: Kritische IT- und OT-Assets identifizieren, Risiken bewerten, Netzwerke segmentieren und Zugriffsrechte strikt begrenzen. Kontinuierliche Überwachung ist dabei unerlässlich.
„Critical infrastructure's purpose-built nature and correspondingly predictable network traffic and challenges with patching make it an ideal environment for Zero Trust." – Anand Oswal, Senior Vice President und General Manager, Palo Alto Networks
Es ist wichtig zu verstehen, dass Zero Trust keine einmalige Implementierung ist. Laut dem BSI erfordert die Umsetzung eine langfristige Strategie und kontinuierliche Investitionen. Mit einem stabilen Zero-Trust-Modell als Grundlage lässt sich die Kommunikation zwischen den IIoT-Komponenten optimal absichern.
Verschlüsselung und starke Authentifizierung
Die Nutzung moderner Verschlüsselungstechnologien wie TLS und AES-256 ist essenziell, um die Kommunikation im IIoT-Bereich zu schützen. Ergänzend dazu sollte Multi-Faktor-Authentifizierung sowohl für Fernzugriffe als auch für lokale Steuerungen implementiert werden. Dies ist besonders wichtig in hybriden Fertigungsumgebungen, die lokale Systeme mit Cloud-Diensten verbinden. Hier müssen separate, sichere Verbindungen eingerichtet werden, um die seitliche Ausbreitung von Bedrohungen zu verhindern.
Bei der Fernwartung empfiehlt sich der Einsatz sicherer VPN-Lösungen oder cloudbasierter M2M-Konzepte. Netzwerkfähige Geräte wie Programmable Logic Controllers (PLCs) sollten zusätzlich auf Ebene der Services abgesichert werden, da sie zunehmend Funktionen übernehmen, die denen von Serversystemen ähneln.
Ein weiteres Risiko stellen IP-basierte Überwachungskameras dar, wenn Cybersicherheit nicht von Beginn an berücksichtigt wird. Diese Geräte sollten denselben strengen Sicherheitsstandards folgen wie andere IIoT-Komponenten.
Software-Updates und Patch-Management
Die Verwaltung von Software-Updates ist in IIoT-Umgebungen oft eine Herausforderung. Ein maschinenlesbares Software Bill of Materials (SBOM) hilft dabei, alle Komponenten und Abhängigkeiten zu dokumentieren, sodass Schwachstellen schnell identifiziert werden können.
Automatische Sicherheitsupdates sollten aktiviert werden, wobei kritische Patches von Funktionsupdates getrennt sein sollten, um den Betrieb nicht zu stören. Für ältere Systeme, die nicht mehr gepatcht werden können, sind zusätzliche Maßnahmen wie Netzwerksegmentierung und verstärkte Überwachung erforderlich. Hersteller sollten zudem klare Support-Zeiträume definieren und während dieser Zeit kostenlose Sicherheitsupdates anbieten.
„Products with digital elements shall be designed, developed and produced in such a way that they ensure an appropriate level of cybersecurity based on the risks." – Cyber Resilience Act (CRA)
Die Anomalieerkennung in Produktionsnetzwerken ist ebenfalls entscheidend. Tools, die speziell für industrielle Protokolle entwickelt wurden, können das Kommunikationsvolumen zwischen Steuergeräten, Sensoren und Aktoren überwachen und so potenzielle Bedrohungen frühzeitig erkennen.
Diese Maßnahmen bilden eine solide Grundlage, auf der Unternehmen ihre Sicherheitsstrategien weiter ausbauen können.
Fortschrittliche Sicherheitstechnologien für das IIoT
Moderne Technologien heben die Sicherheit im industriellen Internet der Dinge (IIoT) auf ein neues Niveau. Aufbauend auf bewährten Methoden bieten diese Ansätze Lösungen für die Herausforderungen, die durch die Komplexität heterogener Industrienetzwerke entstehen – Probleme, die mit herkömmlichen Mitteln oft schwer zu bewältigen sind. Im Folgenden werden drei zentrale Technologien näher beleuchtet.
KI-gestützte Bedrohungserkennung
Künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen revolutionieren die Bedrohungserkennung, indem sie Überwachungsprozesse automatisieren und Anomalien in Echtzeit identifizieren. Angesichts der wachsenden Komplexität von IIoT-Netzwerken, die häufig TCP/IP-basierte Protokolle nutzen, ist diese Fähigkeit entscheidend. KI-Systeme können ungewöhnliche Kommunikationsmuster zwischen Steuergeräten, Sensoren und Aktoren erkennen und potenzielle Bedrohungen abwehren, bevor sie Schaden anrichten.
Ein weiterer Vorteil zeigt sich in ressourcenbeschränkten Umgebungen: Hier ermöglicht KI eine kontextsensitive Authentifizierung und lokale Datenanalyse direkt an der Edge. Edge-Computing-Plattformen verarbeiten Daten vor Ort und senden nur sicherheitskritische Informationen in die Cloud. Dieser Ansatz spart Bandbreite und erfüllt gleichzeitig die Anforderungen an Echtzeitverarbeitung und Datensicherheit.
„Das industrielle Internet der Dinge (IIoT) ist geprägt von heterogenen Systemen, dynamischen Topologien und hohen Cybersicherheitsanforderungen." – Fraunhofer AISEC
Moderne Monitoring-Systeme nutzen KI, um Sicherheitsregeln nach ihrer Dringlichkeit zu priorisieren und die Sicherheit verteilter Systeme gezielt zu verbessern. Parallel dazu gewinnen cloudbasierte Sicherheitslösungen an Bedeutung.
Cloud-basierte Sicherheitsplattformen
Cloud-Plattformen bieten eine zentrale Möglichkeit, Sicherheitsmaßnahmen für hybride Produktionsumgebungen zu verwalten, die sowohl lokale als auch Cloud-basierte Ressourcen umfassen. Die Integration von Edge- und Cloud-Technologien ermöglicht eine Echtzeit-Datenverarbeitung und verbessert die Sicherheit durch umfassende Überwachung.
Effektive Plattformen erkennen Anomalien im Netzwerkverkehr und unterstützen gängige industrielle Kommunikationsprotokolle wie OPC UA. Ein Beispiel ist die Plattform OGEMA, die flexible Sicherheitskonzepte bietet und Zugriffsrechte dynamisch an die jeweilige Maschinensituation anpassen kann.
Für ältere Systeme, die oft Jahrzehnte im Einsatz sind, bieten sichere Edge-Computing-Gateways eine Möglichkeit zur Nachrüstung. Diese verbinden Legacy-Hardware mit modernen Sicherheitsfunktionen und verlängern so deren Lebensdauer – ein entscheidender Vorteil in Industrien, in denen Geräte deutlich länger verwendet werden als typische Konsumgüter wie Smartphones.
Blockchain für Datenintegrität
Die Blockchain-Technologie gewährleistet durch ihre manipulationssichere Struktur die Integrität von Daten in IIoT-Systemen. Eine zentrale Herausforderung besteht darin, sicherzustellen, dass Daten während der Übertragung zwischen Geräten nicht verfälscht werden. Blockchain löst dieses Problem durch ihre unveränderliche Datenstruktur.
Darüber hinaus können IIoT-Geräte mithilfe von Blockchain eine verifizierbare Identität erhalten. Diese Identitäten, die oft durch digitale Signaturen oder Zertifikate gesichert werden, lassen sich in einem dezentralen Ledger verankern. So entsteht eine zusätzliche Vertrauensebene, die sowohl lokale als auch globale Kommunikation sicherstellt.
„Die Sicherheit eines Systems wird oft durch die schwächste Komponente, wie etwa Sensorknoten, definiert." – Fraunhofer IIS
Blockchain bietet langfristig vielversprechende Ansätze, um die Vertraulichkeit, Integrität und Authentizität von Daten über Jahrzehnte hinweg zu sichern – eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg des IIoT.
So bauen und implementieren Sie IIoT-Sicherheitsrahmen
Ein effektiver IIoT-Sicherheitsrahmen beginnt mit einer gründlichen Analyse der Risiken und endet mit einer kontinuierlichen Überwachung. Basierend auf den identifizierten Risiken und den regulatorischen Vorgaben zeigen wir, wie Sie einen solchen Rahmen in die Praxis umsetzen können. Aufbauend auf den zuvor vorgestellten Best Practices folgt nun eine praktische Anleitung für den Implementierungsprozess.
Bewertung und Planung
Der erste Schritt für jeden Sicherheitsrahmen ist eine umfassende Risikoanalyse, die den gesamten Produktlebenszyklus berücksichtigt. Dabei sollten Sie alle relevanten Assets identifizieren und deren Kommunikationsverbindungen in einem maschinenlesbaren Modell dokumentieren. Eine Software Bill of Materials (SBOM) hilft, Abhängigkeiten und Schwachstellen schnell zu erkennen.
Im IIoT-Bereich stehen Verfügbarkeit und Echtzeitanforderungen im Vordergrund. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hebt dazu hervor:
„Industrial Control Systems (ICS) haben unterschiedliche Anforderungen an die Schutzziele Verfügbarkeit, Integrität und Vertraulichkeit. Dies spiegelt sich beispielsweise in längeren Betriebszeiten und seltenen Wartungsfenstern wider."
Zusätzlich sollten Sie mögliche Fehlnutzungen Ihrer Systeme dokumentieren und die Auswirkungen potenzieller Bedrohungen bewerten. Auf dieser Basis können Sie dann spezifische Sicherheitsanforderungen ableiten.
Nach der Analyse und Planung folgt die konkrete Gestaltung des Sicherheitsrahmens.
Framework-Design und Bereitstellung
Beim Design des Sicherheitsrahmens können Unternehmen je nach Reifegrad und Risikoprofil unterschiedliche Ansätze wählen:
Basis-Absicherung: Ein schneller Einstieg, der grundlegende Schutzmaßnahmen umfasst.
Kern-Absicherung: Fokus auf kritische Assets und deren Schutz.
Standard-Absicherung: Ganzheitlicher Schutz, z. B. nach ISO 27001.
Es ist wichtig, Informationssicherheit als Managementaufgabe zu etablieren und sicherzustellen, dass ausreichend Ressourcen bereitgestellt werden. Berücksichtigen Sie dabei auch die Anforderungen des europäischen Cyber Resilience Act (CRA), wie etwa „Secure by Default“-Konfigurationen und ein formales System zur Schwachstellenbehandlung.
Führen Sie eine Strukturanalyse durch, um alle Geschäftsprozesse, Anwendungen und IT/ICS-Systeme zu erfassen. Kategorisieren Sie den Schutzbedarf Ihrer Assets, basierend auf den möglichen Schäden durch den Verlust von Vertraulichkeit, Integrität oder Verfügbarkeit.
Nach der Bereitstellung des Rahmens beginnt die entscheidende Phase der Überwachung.
Überwachung und kontinuierliche Verbesserung
Die Implementierung eines Sicherheitsrahmens ist nur der Anfang. Eine kontinuierliche Überwachung sorgt dafür, dass der Rahmen auch langfristig wirksam bleibt. Mit der Komplexität von TCP/IP-Protokollen wird eine automatisierte Anomalieerkennung unverzichtbar, um Abweichungen in der Kommunikation zwischen Sensoren, Aktoren und Steuergeräten frühzeitig zu erkennen. Zeichnen Sie dabei interne Aktivitäten auf, wie Zugriffe auf oder Änderungen an Daten, Diensten und Funktionen.
Ein koordiniertes Verfahren zur Offenlegung von Schwachstellen sowie die automatische Bereitstellung von Sicherheitsupdates sind essenziell. Zudem sollten regelmäßige Risikobewertungen über den gesamten Lebenszyklus hinweg durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass der Rahmen den sich wandelnden Bedrohungen gerecht wird. Vergessen Sie nicht, auch oft übersehene Komponenten wie IP-basierte Überwachungskameras in den Überwachungsumfang einzubeziehen.
makematiq's Ansatz zur IIoT-Sicherheit
Ein effektiver IIoT-Sicherheitsrahmen erfordert mehr als nur technisches Wissen – es braucht einen umfassenden Ansatz, der Strategie, Technologie und organisatorische Veränderungen miteinander verbindet. makematiq entwickelt individuelle Sicherheitslösungen, die sowohl den gesetzlichen Anforderungen als auch den spezifischen Zielen eines Unternehmens gerecht werden. Dieser Ansatz legt den Grundstein für ein belastbares IT-Sicherheitsframework.
Beratung und IT-Architektur
Der erste Schritt zu einer erfolgreichen Sicherheitsstrategie ist eine gründliche Risikoanalyse, die als Basis dient. makematiq kombiniert bewährte Methoden mit branchenspezifischen Anpassungen. Unternehmen werden dabei unterstützt, ihre IT-Architektur umfassend zu dokumentieren und einen mehrschichtigen Sicherheitsansatz bereits in der Planungsphase zu integrieren. VLANs und Access Control Lists (ACLs) werden eingesetzt, um ungesicherte IIoT-Geräte vom Hauptnetzwerk zu trennen und so die Angriffsfläche zu verkleinern.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Festlegung der passenden Assurance Class (0-4) für jedes Gerät. Diese Klassifizierung erfolgt anhand der Schutzziele für Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit. Durch diesen strukturierten Ansatz können Sicherheitsmaßnahmen gezielt auf die tatsächlichen Risiken abgestimmt und Ressourcen effizient genutzt werden. Auf dieser Grundlage setzt makematiq auf moderne Technologien, um Sicherheitslösungen flexibel und dynamisch zu gestalten.
KI, Automatisierung und Cloud-Integration
makematiq setzt auf KI-gestützte Anomalieerkennung, um in Echtzeit verdächtige Aktivitäten in komplexen IIoT-Umgebungen zu identifizieren und Angriffe automatisch zu blockieren. Gleichzeitig schützen Secure Web Gateways (SWG) und API-Gateways die Datenübertragung bei Cloud-Migrationen. Remote-Verbindungen werden durch SSL-Inspektionen und URL-Filterung zusätzlich abgesichert.
Durch automatische Schwachstellenerkennung und kontinuierliches Netzwerk-Monitoring können neue Bedrohungen frühzeitig erkannt werden. Auch ältere Systeme, die oft übersehen werden, werden berücksichtigt. Für diese Legacy-Systeme werden externe Schutzmaßnahmen wie Firewalls implementiert, falls integrierte Sicherheitsfunktionen fehlen. Neben technologischen Lösungen spielt auch die interne Organisation eine entscheidende Rolle, um Sicherheitsmaßnahmen langfristig zu etablieren.
Change Management bei der Sicherheitsimplementierung
Technologie allein reicht nicht aus – Cybersicherheit muss fest in den Unternehmensprozessen verankert werden. makematiq definiert klare Zuständigkeiten für Aufgaben wie Patching, Monitoring und die sichere Konfiguration von Geräten. Schulungen zu Bedrohungen und bewährten Sicherheitspraktiken helfen dabei, das Sicherheitsbewusstsein und die Kompetenzen der Mitarbeitenden zu stärken.
Sicherheitsprozesse werden auf zentralen Plattformen zusammengeführt, um den IT-Teams die Arbeit zu erleichtern. Mit verhaltensbasierten Analysen lassen sich Anomalien erkennen, wodurch Sicherheitsmaßnahmen über den gesamten Lebenszyklus eines Produkts hinweg proaktiv angepasst werden können. So wird eine nachhaltige und effektive Sicherheitskultur geschaffen.
Fazit
Die Umsetzung eines effektiven Sicherheitsrahmens für das IIoT erfordert einen umfassenden Ansatz, der die Sicherheit über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg berücksichtigt – von der Entwicklung bis zum Betrieb. Sicherheit darf dabei nicht hinter der Funktionalität zurückstehen. Wie der VDMA betont, ist der Schutz von Produktionssystemen kein einmaliger Schritt, sondern ein kontinuierlicher Prozess.
„Reliable and constantly secure operation of machines and systems connected worldwide is a fundamental challenge that must be addressed if IIoT/Industrie 4.0 is to be implemented successfully." – VDMA
Die zunehmende Komplexität moderner Produktionsnetzwerke, die oft auf TCP/IP-Topologien basieren und klassischen IT-Systemen ähneln, macht kontinuierliches Monitoring und präzise Anomalieerkennung unverzichtbar. Gleichzeitig müssen hybride Fertigungsumgebungen, die lokale OT-Ressourcen mit Cloud-Anbindungen kombinieren, umfassend abgesichert werden. Gründliche Risikoanalysen vor der Inbetriebnahme sind dabei der erste Schritt, um eine robuste Sicherheitsstrategie zu etablieren. Offene Standards spielen eine Schlüsselrolle, um die Integration dezentraler Systeme zu erleichtern und eine effektive Sicherheit zu gewährleisten.
Ein Beispiel für solche offenen Standards ist die Asset Administration Shell (AAS), die Interoperabilität ermöglicht und Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern minimiert. Dadurch können dezentral vernetzte Systeme sicher und autonom miteinander kommunizieren. Die Plattform Industrie 4.0 hebt hervor:
„Only through interoperability can we design the complex, decentrally organised structures required, grant unlimited access to all industrial stakeholders and ensure open and pluralistic markets." – Plattform Industrie 4.0
Diese Ansätze bilden die Grundlage für eine widerstandsfähige und zukunftsorientierte Sicherheitsstrategie im IIoT. Cybersicherheit bleibt eine fortlaufende Herausforderung, die nicht nur technologische Lösungen erfordert, sondern auch klare Zuständigkeiten und eine Sicherheitskultur, die tief in den Betriebsabläufen verankert ist. Nur so können langfristige Compliance und operative Stabilität in einer immer stärker vernetzten Industrie gewährleistet werden.
FAQs
Welche Schritte sind notwendig, um einen Zero-Trust-Sicherheitsrahmen im industriellen IoT (IIoT) umzusetzen?
Ein Zero-Trust-Sicherheitsrahmen folgt dem Grundsatz: „Niemals vertrauen, immer verifizieren“. Das Ziel? Jedes Gerät, jeder Nutzer und jeder Dienst erhält nur die minimal nötigen Zugriffsrechte. Angesichts der alarmierenden Kosten durch Cyberangriffe – allein in Deutschland wurden sie 2023 auf 205,9 Milliarden Euro geschätzt – ist dieser Ansatz heute unverzichtbar.
Wie lässt sich Zero Trust umsetzen?
Um Zero Trust in IIoT-Umgebungen zu etablieren, sind einige zentrale Maßnahmen notwendig:
Inventarisierung: Alle IIoT-Geräte, Sensoren und Datenflüsse sollten erfasst und nach ihrer Kritikalität klassifiziert werden. Nur so lässt sich ein Überblick über potenzielle Schwachstellen gewinnen.
Netzwerksegmentierung: Das Netzwerk wird in isolierte Zonen aufgeteilt, die nur kontrollierten Zugriff erlauben. So bleibt ein Angriff auf einen Bereich begrenzt.
Identitätsmanagement: Geräte und Nutzer erhalten eindeutige digitale Identitäten, kombiniert mit Mehr-Faktor-Authentifizierung, um unautorisierte Zugriffe zu verhindern.
Verschlüsselung: Daten – egal ob gespeichert oder übertragen – müssen durch starke Algorithmen wie AES-256 geschützt werden.
Überwachung: Ständige Analyse des Netzwerkverkehrs und der Systemprotokolle hilft, Anomalien frühzeitig zu erkennen und schnell zu reagieren.
Ein Zero-Trust-Ansatz erfordert nicht nur eine sorgfältige Planung, sondern auch regelmäßige Überprüfungen und ein engagiertes Sicherheitsteam. Unternehmen, die ihre IIoT-Architekturen entsprechend anpassen möchten, können dabei auf die Expertise von makematiq zurückgreifen. Das Unternehmen bietet spezialisierte Beratungsleistungen, um die Integration effizient und sicher zu gestalten.
Wie können Unternehmen sicherstellen, dass ihre IIoT-Systeme den Anforderungen des Cyber Resilience Act (CRA) entsprechen?
Unternehmen können ihre IIoT-Systeme an die Anforderungen des Cyber Resilience Act (CRA) anpassen, indem sie Sicherheitsmaßnahmen von Anfang an in den Entwicklungsprozess einbinden und ein durchdachtes Risikomanagement etablieren. Ein wichtiger Ansatz hierfür ist die Security-by-Design-Strategie. Hierbei werden Sicherheitsaspekte schon in der Planungs- und Entwicklungsphase berücksichtigt, etwa durch den Einsatz sicherer Firmware und verschlüsselter Kommunikationswege.
Ein weiterer wichtiger Baustein ist ein lebenszyklusorientiertes Risikomanagement, das regelmäßige Risikoanalysen umfasst. Dabei spielt die Pflege eines Software Bill of Materials (SBOM) eine entscheidende Rolle, um einen klaren Überblick über alle eingesetzten Komponenten zu schaffen. Ergänzend dazu sollten Unternehmen ein Vulnerability-Management implementieren, das es ermöglicht, Schwachstellen schnell zu identifizieren und Updates rechtzeitig bereitzustellen. Wichtig ist, dass alle Prozesse und Maßnahmen über den gesamten Lebenszyklus des Produkts hinweg dokumentiert werden.
makematiq unterstützt Unternehmen bei der Umsetzung dieser Anforderungen. Mit praxisnaher Beratung zu IT-Architektur, digitaler Transformation und automatisierten Sicherheitsprozessen hilft makematiq dabei, IIoT-Systeme sowohl CRA-konform als auch auf zukünftige Herausforderungen vorbereitet zu gestalten.
Welche Bedeutung hat Künstliche Intelligenz bei der Erkennung von Bedrohungen in IIoT-Systemen?
Künstliche Intelligenz (KI) hat sich als unverzichtbar erwiesen, wenn es darum geht, Bedrohungen in IIoT-Umgebungen (Industrial Internet of Things) zu erkennen. Dank ihrer Fähigkeit, riesige Datenmengen in Echtzeit zu analysieren, kann KI komplexe Muster aufdecken, die mit herkömmlichen Methoden oft unentdeckt bleiben. Mit maschinellem Lernen lassen sich Anomalien wie ungewöhnliche Kommunikationsmuster, abweichende Prozessparameter oder unerwartete Geräteinteraktionen automatisch erkennen und melden.
In der Praxis findet KI vor allem in Anomalie-Erkennungssystemen Anwendung. Diese Systeme basieren auf fundierten Risiko- und Asset-Analysen und entwickeln dynamisch Überwachungsmaßnahmen, um Bedrohungen frühzeitig zu identifizieren. Dabei ist es entscheidend, dass solche Systeme robust genug sind, um gezielten Manipulationsversuchen von Angreifern standzuhalten. Unternehmen, die auf die Expertise von makematiq setzen, können KI-basierte Sicherheitslösungen nicht nur erfolgreich implementieren, sondern auch kontinuierlich verbessern, um den Schutz ihrer IIoT-Umgebungen zu gewährleisten.


